Lorenz Ros. 6 Pressestimmen zur Menschen-Bilderwelt, zu Wirklichkeit und Illusion

Lorenz Ros. Figurative Malerei: Menschliche Ambivalenz, Relationen, Passagen, Augenblicke

Thesen zur Malerei: Ein Bild muss etwas treffen, wenn es gemalt werden soll.

item21b1a1a1a1a1a1
Feiner Tiefsinn
item21b1a1a1a1a1a1

Ambivalenz

 

Wo Menschen in der Sonne stehen, zeichnen sich Schatten ab: kleine graue Flecken, die in verkürzter Perspektive imposante Personen lächerlich erscheinen lassen. Schemenhafte Begleiter, die ihren lichten Figuren wie Wegbereiter voraus-schreiten oder dunkle Riesen, die tun und lassen, was ihnen passt.


Alltagswirklichkeit und metaphysische Wahrheit liegen in den Ölbildern, farblich differenzierten Aquarellen und spontanen Zeichnungen von Lorenz Ros nahe beieinander. Mit dem Scharfblick des Cartoonisten, dem Tiefblick des Psychologen und einem optimistisch-humorvollen Augenzwinkern gibt er menschlichen Befindlichkeiten, Abhängigkeiten und Beziehungen ein Gesicht. Und auf der Suche nach dem Wahren, Unverhüllten, Archetypischen findet er immer wieder das Groteske: Grenzsituationen und Übergänge, die der Mensch zu passieren hat.

Lorenz Ros erspürt mit philosophischem Stift die Ambivalenz der Welt: Hinter offenen Türen und Fenstern reflektiert er Chancen und Abgründe, in Labyrinthen und Spiegeln Wirklichkeit und Illusion.

Der Bund (Bern) mks., 11. April 1995

Ausstellung Lorenz Ros, Bilder/Zeichnungen

Oberdiessbach, April 1995

 

Verwaiste Seelen, regungslos

”... wenn durch die Bilder die Verbindung von Privatem und Öffentlichem, von Innen und Aussen nicht mehr ganz so problemlos hergestellt werden kann. Dann nämlich, wenn die Bilder selbst eine Sprache sprechen, die persönlicher, intimer nicht sein könnte: Eine Frau, die sich die Hose überstreift, während ihr Geliebter regungslos liegen bleibt. Ein Paar, das sich hastig vom Bett erhebt, als hätte es auch noch diese Notwendigkeit pflichtgetreu erfüllt. Ganz privat.

Es sind Bilder, ... die Leere und Einsamkeit, das Gefangensein in den eigenen Unfähigkeiten, das mutlose Ertragen der Lebenszeit widerspiegeln. Höchstens Seitenblicke, ansonsten regungslos. Die Titel der einzelnen Werke lenken den Blick auf einen unscheinbaren Bildausschnitt, so dass die Zweisamkeit des Paares noch bedeutungs- und beziehungsloser erscheint. Keine Poesie, sondern nüchterne Momentaufnahmen ungeträumter, banaler Erotik.

Die zweite Bildserie schubst einen etwas grob aus der Privatheit nach draussen. Eine Reihe von Bildern, die das lapidare Verhalten gelangweilter Touristen zeigt, macht einen schmunzeln und hoffen, dass man so nie wird. Die Ironie ist aber auch hier nicht wirklich erleichternd.

Die dritte Werkgruppe, in denen sich das Figurative gleichsam in der Form-losigkeit der dicken Leiber verliert und nur noch Schatten bildet, thematisiert die Verlorenheit und die erfolglose Suche des Einzelnen nach ein wenig Lebensglück am überzeugendsten.”
Yvonne Barmettler
Basler Zeitung/Dreiland-Zeitung
30.
11.2001, Seite 15

Ausstellung Galerie Katakombe, Basel

item21c1a item21b2a1 item21b1b1a item21b1a2a1 item21b1a1b1a item21b1a1a1b1a item21b1a1a1a2a1 item21b1a1a1a1b1a item21b1a1a1a1a1a1